Oma - Homepage von Christian Greisinger

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Oma

Gedichte
Oma

Heid hob i wieder zruckdacht, goar net weit,
Wia d’ Oma no glebt hod - so vogeht de Zeit.
S’ oane oder andre Bätal kimmt - des is normal,
I vermiss sie immer no - und des ganz radikal.

Bevor i furt bin war da erste weg awei zu ihr,
Nochschaun, obs ihr guad geht in da Fria.
„Nimm a Weihwossa“, hots gsagt „glang af d’ hej!“
Bevor i in d’ Schui gsaust bin ganz schnej.

Af d’ Nacht bevor i bin ins Bett neigschlupft,
Hob i s’ nomoi am Nachthemad ozupft.
„Oma, schene Nacht und schlof recht guad!“
„Du a - dass de da liabe Gott behütn duad!“

Af da Terrassn samma gsessn af d’ Nacht ganz ohne Lejd.
Und d’ Oma in ihram Stej hod vo damais oft erzejd.
Wia’s war in da Fabrik, im Krej und a aso,
Mi hod des fasziniert, do kon i heid a no net o.

Im Sommer, bei guade dreißg grod draußt,
Is d’ Oma um a Hoiz in d’ Schupfa gsaust.
D’ Verwandtschaft hot’s zum Essn eiglont heid,
Da Ofa is ganz hoaß, und s’ Kocha war ihr Freid.

S’ schenste owa war am Sonntagmittag immer no,
Wia i vom Wammerl de Krustn gfieslt ho.
Davor hob i - af da Oma ihram Kanape gsessn-
Ihr des guade Knedlbrot oft zammagessn.

Um ejfe war immer Volksmusik auf Bayern oans,
Do hob i awei an Knedl gessn - Fleisch owa koans.
D’ Mama hod ja a kocht, und des derfs net wissn,
Dass i bei da Oma scho ghabt hob an kloan Bissn.

Vorbeischaun kon i heid nur no an ihram Grob,
Und ihr song, dass i ihr so vui zum vodanga hob.
A reiche Frucht hod drong ihr kloana Samen.
Oma - ais Guade - Hob den ewig Frieden! Amen.
Christian Greisinger
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